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HISTORY
Chroniken einer LKW-Garage

Einer muss es ja machen. Da wohl die wenigsten bis auf ein paar Ausnahmen (Hi Frankie!) bereits 35 Jahre im Force ihr Leben verplempern, wollten wir euch einen kleinen Abriss unserer Geschichte mitgeben. Ich habe mich also durch alte Zeitungen, Artikel und Legenden der Force-Urgesteine gewurschtelt und versucht, eine halbwegs lückenlose History zu schreiben. Viel Spaß damit; wer das liest ist doof!
Lukas

1978 – Wintergarten From Hell

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. In den späten 70ern war das Alternativprogramm zu „Poppermusik“ in Erlangen rar gesät. Das Erlanger Freizeitamt organisierte damals alle zwei Wochen einen Discoabend im Wintergarten auf der Freizeitanlage Brucker Höhe (DROP IN). Um das Programm den altbackenen Händen der Nachkriegsgeneration zu entreißen, entschlossen sich die späteren Force-Gründer, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Immer freitags karrten die Engagierten die Anlage und genügend Bier in den Wintergarten, feierten von 18:00 bis 22:00 Uhr bei Discomucke und Hardrock und karrten anschließend alles wieder zurück. Über die Woche nutzten nämlich andere Gruppen auch den Wintergarten und der Kram konnte nicht stehenbleiben.

1980 – No Sleep ´til Christmas

Da die ganze Geschichte mit dem Wintergarten aus logistischer Sicht wohl ziemlicher Scheißdreck und auch sonst relativ aufwändig war, kam unseren jungen Wilden eine zündende Idee:
In der Betriebspause zwischen Heiligabend und Silvester 1980 fanden unter dem Motto „No Sleep ‚til Christmas“ (eine Hommage an Motörheads neuestes Livealbum) einige Hardrockparties statt. Die Nummer lief so geschmeidig wie ein kaltes Weißenoher Altfränkisch nach einem heißen Sommertag: Die Erlanger Jugend stand Schlange! Traumatisiert vom Weihnachtslieder Trällern mit Oma und Opa und all der fruchtbaren Besinnlichkeit daheim strömten die Jünglinge in den einzigen Jugendclub, der über Weihnachten geöffnet hatte und das DROP IN platzte aus allen Nähten. Unter dem Kennspruch „Loud Hard ’n‘ Heavy“ erlangte das DROP IN in der Szene einen gewissen Bekanntheitsgrad und die Hardrockparties standen jetzt auf der Tagesordnung.

1982 – Und es ward Metal!

Die Stadt Erlangen zeigte sich 1982 von ihrer Schokoladenseite und willigte ein, die alten LKW-Garagen der Firma Wohlrab am Buckenhofer Weg für den Aufbau eines Jugendclubs zur Verfügung zu stellen.
Die acht Gründungsmitglieder des New Force e.V. fanden sich in einem 480 Kubikmeter großen Raum bestehend aus Dach, Wand und Boden wieder. Dieses Echo, das einem jeden Alpenjodler Tränen in die Augen getrieben haben muss, galt es natürlich zu befüllen. Ungefähr 3000 Arbeitsstunden und 30.000 Mark wurden in den nächsten drei Monaten in die Karge Betonwüste gebuttert. Alles, was ihr heute seht, haben die Initiatoren in Eigenregie gebaut: Von den Innenwänden über die Holzkonstruktionen bis zur Elektrik und Technik – kein Scheiß! Am 18.12.1982 konnte das New Force seine Türen das erste mal für alle Headbangwütigen öffnen. Wenige Tage später fand die erste Silvesterfeier statt. Die Mucke war den Gästen aber wohl nicht laut genug und die Feuerwerksschlachten wurden mit Inbrunst in den Innenräumen des jungen Clubs ausgefochten. Damit war das dann auch die letzte Silvesterfeier und bis heute macht das Force am Jahreswechsel den Laden dicht.

1982 – 1987 – Ausbau, Umbau, Neubau

Die 80er Jahre, das goldene Zeitalter der Plattenindustrie und die Tatsache, dass Metal irgendwie auch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit im Mainstream erlangte, spülten massig Feierwütige ins New Force. Ein Besucherrekord jagte den nächsten, zu dieser Zeit gab es nur zwei mannshohe Kühlschränke hinter der Bar. Nach der ersten Stunde waren die meistens leergesoffen und die Gäste ordentlich angepisst vom ebenso pisswarmen Bier. Im Sommer 1986 wurde also der Bau des Kühlhauses beschlossen. Die Mitarbeiter rissen die Mauer zwischen Tennisplatz und New Force mit einer derartigen Leidenschaft ein, dass David Hasselhoff schon beinahe die Wiedervereinigung ausrufen wollte. Kaputthauen hatte super funktioniert – doch bald mussten die Mitarbeiter ausnahmsweise mal etwas konstruktives Leisten: Mauern.
Die Plackerei schweißte zusammen, was zusammengehört und nach weiteren guten 2000 Arbeitsstunden stand nicht nur ein 1A-Rohbau für das Kühlhaus. Viele der Freiwilligen hatten ihre Seele nun bereits verkauft und sahen keine andere Wahl, als in den Mitarbeiterkreis des New Force einzutreten.
Mit einem derartigen Level an Tatendrang, arbeitswütigen jungen Leuten und Erfahrung auf der Baustelle war die Errichtung des Bistros fast schon ein Witz. In nur drei Wochen stampften die Mitarbeiter 1987 die „Chillout-Zone“ aus dem Boden, die für überfeierte Gäste Raum zum Plaudern, Entspannen oder Brettspielen bot. Da im Force in den 80ern natürlich noch fleißig gequalmt wurde und nicht jedermann begeistert davon war, diente der neue Anbau auch als – neudeutsch – Safespace für alle geplagten Nichtraucher.

1987 – 2006 – Die goldenen Jahre

Das New Force steht in aller Pracht, erfreut sich bester Besucherzahlen und eine lange Zeit des Friedens stellt sich ein. In diesen 17 Jährchen lief (fast) alles wie am Schnürchen, daher gibt es über diese Zeit auch recht wenig zu berichten.
Die wichtigsten Änderungen beschränken sich wohl auf die Musikauswahl, den Gästekreis und die Mitarbeiter. Alle unserer jungen Wilden sind langsam aber sicher älter geworden und wenn man den Berichten des Mobbl M. glauben schenken will, sogar teilweise vernünftig (wäh!). Von den Gründungsmitgliedern ist zur Jahrtausendwende keines mehr dabei, die Force-Generation 2.0 hat den Laden nun in der Hand. Mittlerweile haben auch andere Clubs die härtere Gangart für sich entdeckt und das Force hat nicht mehr das Monopol auf Heavy Metal inne. Wo früher der Laden fünf Tage die Woche aus allen Nähten platzte, kehrt nun langsam Ruhe ein und das Publikum schrumpft in etwa auf das heutige Niveau zusammen. Der harte Kern gibt sich die Hand mit den immer-mal-wieder-kommern. Wo früher Thrasher gegen Poser gewettert haben wettern in den 90ern Black Metaler gegen Death Metaler, nur das Bier bleibt wie immer günstig und gut.
Anfang der 2000er hält das digitale Zeitalter Einzug in den Metalschuppen unseres Vertrauens – Plattenspieler werden eingemottet; das neue Mosh-Medium CD hat endgültig die Vorherrschaft errungen und auch erste Computer sowie ein Netzwerk werden eingerichtet. In der Bergpause 2002 gab es dann sogar einige amtliche Lan-Partys.
Das Herrenklo wurde generalüberholt, der Einlassbereich neu gestaltet und die Elektrik auf den neuesten Stand gebracht.
Alles gut, solangs halt meddlt. Aber – achtung Clickbait – was dann passierte, raubte ihnen den Atem!

2006 – Alles auf Anfang

Wie eine Narbe zieht er sich durch die Herzen der alten Force-Veteranen. In vietnamartigen Backflashes flackern uns die züngelnden Flammen vor den Augen und rauben uns den Schlaf. In der Nacht des 18.08.2006 steht das Force in Flammen.
Das charmante Wellblechdach, das heutzutage unsere rauchenden Gäste vor Regen schützt, war nicht immer da. Früher krönte an seiner Stelle eine Holzkonstruktion unsere Pforte – und das war das Problem. In dieser Nacht steckten vermutlich zündelwütige Jugendliche eine Mülltonne unter dem Holzdach an. Das Feuer griff über und über den Lüftungsschacht in der Wand bahnten sich die Flammen einen Weg ins Force.
Der Eingangsbereich sowie der vordere Barbereich waren nicht mehr zu retten. Die Disko, Bar und DJ-Kanzel blieben Gott sei Dank weitestgehend verschont – dachte man. Denn nachdem der Brandschutzbeauftragte seine Runden durch das verkohlte und wohl schlimmer als jemals zuvor stinkende Force drehte, kam die Hiobsbotschaft:
Das Holz ist kontaminiert, alles muss raus. Wer diese Geschichte aufmerksam verfolgt hat und das Force kennt, weiß, dass so ungefähr alles im Force aus Holz gebaut wurde. Für das Team hieß es also: Entkernen.
Alles Bewegliche wurde rausgeschafft, das Inventar von einem Gutachter beziffert und die gesamte Einrichtung rausgerissen. Und plötzlich stand man wieder, wie damals 1982, in einem großen, leeren Quader mit Echo.
Die kunstvollen Wandverzierungen des alten Force mussten mit dem Sandstrahler abgeschmirgelt werden. Nachdem der ehemalige Künstler in Neuseeland aufgespürt wurde und den monetären Wert seiner Arbeit beziffern konnte, kam uns dann auch die Versicherung entgegen und ließ ordentlich was springen. Das Geld ist in die aktuelle Wandgestaltung geflossen, die ihr heute bewundern könnt.
Wieder wurden hunderte Meter Kabel verlegt, die DJ-Kanzel mit einem fetten Mischpult und einem ordentlichen Rechner auf den neuesten Stand gebracht und die Veranstaltungstechnik neu aufgebaut.
Auf Wunsch der Gäste wurden die Holzelemente originalgetreu von einer Schreinerei nachgebaut und installiert. Was der Bauer net kennt, frisst er net und was lange währt wird ewig gut.
Die Force-Clubkasse war mittlerweile leerer als die Wahlkampfversprechen der SPD und auch die Moral der Mitarbeiter hielt sich langsam aber sicher in Grenzen. Ein Privatkredit eines langjährigen Stammgastes lieferte den letzten Schub für die neue Anlage und das Force konnte pünktlich zum 25. Jubiläum endlich wieder eröffnen!

2007 – heute – Phönix aus der Asche

Die Wiedereröffnung war ein voller Erfolg. Alte Force-Gäste wollten sehen, was aus ihrem Laden geworden ist und neue Force-Gäste wollten wissen, was dieses Force denn überhaupt ist. Einer der Veteranen meinte: „Sieht so aus, als hättet ihr nur mal richtig sauber gemacht!“ – Danke. Nach einem Jahr Herzblut und Schweiß zwischen Versicherungswahn und Sägespänen wohl das zuckersüßeste Kompliment, das man dem Team hätte machen können.
Jenes Team hatte während der Neubauperiode übrigens ordentlich an Mannes- und Frauenkraft eingebüßt, sodass Personalengpässe keine Seltenheit waren.
Erst nach der Drohung, einen Tag der Force-Woche abzuschaffen, haben sich dann ein paar bereitwillige Forceler für das Kollektiv geopfert und sind Mitarbeiter geworden.
Seitdem geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Die Alten werden älter, neue Mitarbeiter klemmen sich mit Funkeln in den Augen hinter die Bar und warten nur darauf, die Gäste glücklich zu machen.
Die CDs rotieren in den Playern, alte Helden treffen auf junge Wilde und die neuesten musikalischen Errungenschaften werden lebhaft diskutiert.
Mal läuft’s super, mal läuft’s weniger gut und das Force bleibt auch mal leer.
Aber sind wir doch ehrlich:
Dass der Laden seit 35 Jahren besteht und immer wieder aufs Neue junge Metalheads in den Bann zieht, ist doch Lohn genug.
Wir lassen die Korken knallen und die Bumbermaßen schäumen!
Auf die nächsten 35 Jahre – Prost!

Frankens Metalclub Nr. 1